Mulu National Resort - Höhlen Abenteuer

Ein Wochenende wie ein Kurzurlaub. Raus aus Brunei, rein in den malaysischen Regenwald. Zu viert ging es Samstag Morgen nach Miri (Malaysia), von wo aus wir mit einer Propellermaschine Richtung Mulu gestartet sind. Der Regenwald von oben sah schon fantastisch aus. Gelandet sind wir dann in Mulu, der Flughafen hat genau eine Landebahn, die Halle gleicht eher einer Bahnhofshalle denn der eines Flughafens. Von dort wurden wir von einem Shuttleservice abgeholt, offenes Verdeck, wir sind direkt im Abenteuerfeeling. Wir checken nur schnell ins Hotel ein (Marriott Hotel, mitten im Urwald), freuen uns über diese zauberhafte Location und starten dann direkt zum Höhlenabenteuer.

Am Eingang des Nationalparks müssen wir uns registrieren. Wir haben uns für eine geführte Höhlentour entschieden, aber auch wenn wir die Wege auf eigene Faust erkunden würden, muss sich jeder eintragen, damit am Abend niemand verloren geht. Rudi ist auch dabei und bekommt auch ein Bändchen - extra ein grünes. :-) Unser Guide zeigt uns auf dem Weg schon einige Insekten - wie er die findet, ist mir unklar. Ein Stockinsekt ist in den Zweigen für mich absolut nicht zu erkennen, so etwas habe ich noch nie gesehen. Aber wirklich - der Zweig hat Beine und Augen!

Bis zum Höhleneingang bewältigen wir 195 Stufen - in den Tropen hier ist das ganz schön schweißtreibend. Am Höhleneingang ziehen wir uns unsere Gurte an und setzen die Helme auf, schalten die Stirnlampen ein, denn diese werden wir in den nächsten 2-3 Stunden brauchen. In der Höhle erwarten uns zahlreiche Fledermäuse, die über unseren Köpfen herum schwirren und sich dabei über Geräusche verständigen. Ich habe noch nie so viele Fledermäuse gesehen. Hinter der nächsten Ecke ist nur noch totale Dunkelheit. Wir müssen aufpassen, wo wir hin treten, und es geht über felsigen Boden immer tiefer in die Höhle hinein. An den Kletterstellen haken wir uns in ein Seil ein, denn teilweise geht es tief hinab.

Es gibt eine Abseilstelle, an der wir uns nacheinander abseilen, der Boden ist sehr rutschig und glitschig. Unten angekommen erklärt unser Guide, dass wir auf dem Rückweg da hoch klettern müssen. Wie wir das schaffen, werden wir dann ja sehen. Wir treffen riesige Spinnen, einen Tausendfüßler, und anderes Getier, zwängen uns durch sehr sehr enge Stellen hindurch, und staunen immer wieder über diese Faszination Höhle. Tropfsteine und Farben, Wasser, und erodierter Boden. Die Kletterstelle rückzu klappt dann doch besser als gedacht, wir können uns an einem dicken Seil hoch ziehen.

Nach dieser Expedition wollen wir weiter zu einem Naturschauspiel: Die Fledermäuse verlassen zum Abend hin die Höhlen um Richtung Meer zu fliegen. Das soll sehenswert sein, also lassen wir uns einmal überraschen. In der Deer Cave, in die man auch nur mit einem Guide darf, wohnen Millionen von Fledermäusen (schätzungsweise 2 bis 3 Millionen) und die Deer Cave gilt als größte bisher bekannte Höhlenpassage der Welt. Diese ziehen in der Dämmerung in riesigen Schwärmen in den Dschungel und jagen Insekten, manche sogar kleinere Fische. Wir könnten den Schwärmen stundenlang zuschauen und dem Flattern lauschen. Mit jedem neuen Schwarm starten wir ein Video, aber man muss es einfach live erleben. Als es dunkel wird, treten wir den Rückweg an, hören lautes Fröschequaken, sehen eine Schlange und wundern uns, wie weit der Weg war. Nach einer wohlverdienten Dusche genießen wir  im Hotel ein Abendessen mit einem Cocktail. Wir schlafen sehr gut, auch wenn der Wald um uns herum wirklich irre laut ist nachts. Das muss man hören, es ist wundervoll.

Am nächsten Tag starten wir noch eine geführte Tour zu 2 weiteren Höhlen, diesmal fahren wir mit dem Boot und halten an einer kleinen Siedlung an. Hier leben noch indigene Völker (Einwohner Sarawaks), eine von mehreren Volksgruppen, die teilweise nur 100 oder 1000 Mitglieder zählen. Wir erfahren etwas zur Geschichte dieses Stamms, der sehr friedlich und im Einklang mit der Natur lebt. Eigentum gibt es nicht, alles gehört allen und Alltagsgegenstände werden geteilt. Männer und Frauen leben sehr gleichberechtigt und teilen sich alle Arbeiten - wir sehen im Fluss Frauen, die Wäsche waschen, aber auch Männer. Der Bezug zum Regenwald und zur Natur ist nach wie vor sehr stark. 
Weiter gehts mit dem Boot zur Wind Cave, die einige spannende Tropfsteinformationen für uns bereit hält. Der Guide lässt uns raten, was wir sehen, der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt - wir sind aber gut und erkennen viele Sachen wider, bspw. König und Königin, eine Frau mit einem Baby auf dem Arm, oder einfach eine Colaflasche. Und ich finde wieder ein Herz zwischen den Steinen und Schatten - Liebe gibt es überall. Der Guide erklärt uns , dass hier auch die Caving Abenteuertour startet - über 8km durch die Höhlenwelten, mit Klettern, Schwimmen und auch Tauchen. Teilnehmen dürfen jedoch nur Geübte und Personen, die sich in 2 anderen Test-Abenteuern schon bewiesen haben. Logisch. Wo die Tour endet, werden wir auch noch erfahren. 

Wir schauen uns noch die Clearwater Cave an. Diese hat ihren Namen von - na? :)  Vom Wasser, das hier austritt. Der Fluss, auf dem wir unterwegs sind, wird von diesem Wasser gespeist. Wir dürfen hier schwimmen und pausieren. Die Höhle ist wiederum anders als die schon zuvor gesehenen, sie hat an einer anderen Stelle einen Bruch von oben und es fällt Tageslicht hinein - es sieht genial aus, und ich versuche gefühlt 100 mal, dieses Wahnsinnsbild aufs Foto zu bannen. Aber - in live, natur und farbe, ist es immer besser. 
Hier kommt übrigens auch die Abenteuertour wieder heraus - schwimmend und tauchend durch den Fluss. Schon spannend, ich merke mir das mal. 


So, jetzt aber flugs zusammengepackt - wir müssen zum Flieger, zurück nach Brunei, die Arbeit ruft. Und genau das fühlt sich so verrückt an nach diesem Abenteuer, wir können es uns alle noch nicht so richtig vorstellen, am nächsten Morgen wieder im 6 Sterne Hotel zu frühstücken und dann im Büro zu sitzen. 

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Kommentare: 2
  • #1

    rose (Sonntag, 10 März 2019 15:59)

    wow, das hört sich sehr spannend an. die wochenenden müssen einfach länger sein.

  • #2

    Micha (Donnerstag, 14 März 2019 16:36)

    Wundervoll. Genieß die Eindrücke. Live und für die Erinnerung....