Kota Kinabalu - Malaysia

Feiertage in Brunei sind immer eine gute Gelegenheit, die Insel Borneo zu erkunden. Das ist nicht weit, mit Air Asia ist man günstig und schnell (halbe Stunde Flug) wohin geflogen. Nun habe ich mal wieder ein Stück von Malaysia erkundet – Kota Kinabalu. Eine Stadt direkt am Meer gelegen, von wo aus viele Touren starten. Erster Unterschied zu Brunei direkt: Hier wird einem schon mittags 12 Uhr Bier angeboten und mit Bier und Whiskey geworben. Ich begnüge mich zum Mittag dennoch mit einem frisch gepressten Mangosaft – lecker ! Den Reis gabs heute direkt aus einer ausgehöhlten Ananas, mega gute Idee. Am Abend spaziere ich beim Scooter Monkey vorbei und informiere mich dort über die Ausflugsmöglichkeiten. Sehr netter Chef und interessante Informationen. Außerhalb einer Tour das beste, was man tun kann, wenn man beweglich sein möchte: Einen Roller leihen und ab die Post. Das ist nicht nur flexibel, sondern auch mega günstig. 

Passt, am nächsten Morgen bin ich hier gegen 8 und dann kann es auf 2 Rädern losgehen. Ich fahre Richtung Berge, kurve ein wenig in der bezaubernden Landschaft herum. Mein Ziel soll heute das Mari Mari Cultural Village sein.

„Mari Mari“, das heißt „komm komm“, ala „Folge mir“. In diesem Dorf lebten einst Headhunter Stämme, die Häuser stehen noch von damals. Die Häuser sind aus Holz, sehr einfach gehalten, und offen. Ein Dach schützt vor Regen. Eigentum gibt es kaum, nur das allernötigste, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Private Zimmer? Fehlanzeige. Die Regeln waren recht streng, geheiratet wurde in der Regel sehr früh, aber jedoch erst, wenn man „reif“ war. Als Mann hieß das: Einen Kopf von der Jagd mitbringen, ein Haus bauen. Als Frau musste man Feuer machen können – denn das war tatsächlich Frauenarbeit. Fehltritte wurden in der Regel schnell mit dem Tode bestraft – bei Diebstahl hieß es „Kopf ab“. Zum Zeichen und als Warnung für andere wurde der Kopf dann auch direkt am Haus sichtbar aufgehängt. Köpfe galten gemeinhin als Trophäe – nach 5 Tagen der Zelebrierung war es Aufgabe der Frauen, die Köpfe zu häuten und am Hause oder in der Küche anzubringen. Zimperlich ging es da also nicht zu. Das Krokodil wurde verehrt, es galt als stark und unbesiegbar – sowohl am Land als auch im Wasser. Wir durften den Reiswein kosten, die Herstellung eines typischen Gerichts beobachten. Vieles wurde mit Hilfe von Bambus gemacht, Bambus war in vielerlei Hinsicht ein Werkzeug. Die Gerichte waren einfach, aber super lecker! Süßigkeiten wurden aus Kokos hergestellt. Kriege mit anderen Stämmen wurden geführt, des Landes wegen. Es war schwierig, flaches Land zu finden, denn die Gegend ist sehr hügelig/ bergig und umgeben von Urwald. Zum Abschluss schauten wir noch typische Volkstänze an, Stammestänze, bspw. zum Feiern einer erfolgreichen Jagd. Im strömendem tropischen Regen ging es dann auf dem Moped nach Hause. 

Am nächsten Morgen wollte ich früh los zum Kinabalu Park. Der ist schon ein Stück weit entfernt, und auf den Serpentinen in den Bergen mit dem Roller kannste ja doch nicht so schnell fahren. Für 60 km plant man also besser 2 bis 3 Stunden ein. Der Mount Kinabalu ist der höchste Berg auf der Insel, über 4000 m hoch, und man kann ihn in einer 2 bis 3 Tagestour erklimmen. Dafür habe ich gerade nicht genug Zeit, zudem ist Regensaison, es schüttet nachmittags ab 15 Uhr hier in Strömen. Will man nicht. Das Vorhaben ist aber für Herbst fest eingeplant. Bis dahin also erst einmal den Berg von Weitem angucken und den Park und den Regenwald genießen, es gibt einen botanischen Garten, ein kleines Museum, und schöne Trails zum Wandern. 

Ich werde – natürlich! – nachmittags wieder pitschenass. Die Regenzeit geht los, man merkt es deutlich. Auch von hier geht’s dann wieder im Regen nach Hause – als ich jedoch in Kota Kinabalu selbst wieder ankomme, scheint an der Küste schon wieder die Sonne und die Klamotten sind ganz schnell trocken. Moped gebe ich wieder ab und genieße die letzten Sonnenstrahlen noch zu Fuß. Ich habe Glück, beim Shoppen finde ich einen schönen Wanderladen und kaufe mir eine feste lange Wanderhose – für die Mount Kinabalu Tour, denn oben am Gipfel kann es insbesondere in den frühen Stunden doch schon einmal kalt werden. Also: Hose!

Essen werde ich diesmal am Fischmarkt, das sieht recht gut aus, ist günstig. Man darf das nicht mit einem deutschen "Restaurant" vergleichen. Wir sind hier am Hafen, der Fisch ist ganz frisch gefangen und wird frisch zubereitet. Als ich da so sitze und warte, rennt eine Ratte vorbei. Okay, ist halt Hafen. Das Essen ist jedoch wirklich ein echter Genuss und die Menschen strotzen vor Lebensfreude.

 

 

Am letzten Tag gehe ich schnorcheln. Wir fahren mit dem Boot zu Insel und 2 verschiedenen Schnorchelspots. Ich sehe Nemo und ein paar andere Fische und Pflanzen, das Schnorcheln in Muara war jedoch eindrucksvoller. Nach dem Mittag zieht ein Gewitter auf, heftiger Regen - die Sicht ist nun nicht mehr gut. Also so noch etwas schwimmen, baden und dann ab nach Hause. Für den nächsten Morgen bereitet mir das Hotel ein Lunchpaket vor, denn ich muss schon vor Frühstücksbeginn am Flughafen sein. Sehr nett. 

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Kommentare: 2
  • #1

    rose (Samstag, 17 August 2019 17:31)

    mensch, ich bin ganz begeistert von deinen tollen beschreibungen und den fotos. du bist schon so lange weg und ich freu mich schon wieder auf einen gemeinsame tasse tee... du fehlst echt!

  • #2

    Micha (Montag, 02 September 2019 12:58)

    Ganz schön bunt, der Fisch. ;)