Vietnamreise Teil I - Ho Chi Minh

Ein langer Urlaub steht an. Für mich erfüllt sich ein Traum -  nach Vietnam reisen und die berühmte Tempelanlage Ankor Wat in Kambodscha besichtigen. Aber der Reihe nach: Zunächst lande ich in Ho Chi Minh, der Hauptstadt, ehemals Saigon. Hier ist es irgendwie hektisch, laut, voller Trubel. Der Verkehr – ach du meine Nase! Das Hostel liegt in einer Seitenstraße, man findet es kaum, aber dafür ist es ruhig im Zimmer. Die Gastgeberin ist sehr nett, sehr herzlich, es ist ein Familienbetrieb, das merkt man sofort. Am Eingang heißt es als erstes "Schuhe aus". Frühstück gibt es oben auf dem Dach, frisch zubereitet und serviert. Es gibt eine kleine Auswahl, Brot mit Marmelade oder Spiegelei oder die lokale Phô Nudelsuppe, dazu frisches Obst und vietnamesischen Kaffee (Der Kaffee hat ein Kakao-Aroma und wird, wenn man möchte, mit gesüßter Kondensmilch serviert). Hervorragend. Die ersten Pflichtvokabeln sind schnell gelernt: "Pho" (Nudelsuppe); "Ca Phe Sua" (Kaffee mit gesüßter Milch), "Cam On" (Danke). Gewappnet gehts also los ins Abenteuer Ho Chi Minh - eine riiiiesige Stadt!

Am allerersten Tag erkunde ich die Lage alleine, gehe etwas shoppen, lerne, wie man in Ho Chi Minh die Straße überquert (warten braucht man nicht, es gibt NIE eine Lücke, und anhalten tut auch keiner), des Rätsels Lösung: Einfach loslaufen, langsa, aber stetig weitergehen, nicht stehen bleiben, und darauf vertrauen, dass die Rollerfaher einen umfahren, also, nicht UMfahren. Na, ihr wisst was ich meine. Das ist manchmal knapp, geht aber immer gut. Verrückt, da muss man Vertrauen haben!
Weiterer Test, da von Kollegen in Brunei empfohlen: "Egg Coffee", hier wird ein rohes Eigelb zum Espresso dazu gegeben. Klingt komisch, ist aber so, und schmeckt sogar richtig gut!

Am Sonntag landet also Jo in Ho Chi Minh, nach einer wachen Nacht im Flieger startet der Morgen mit der typisch leckeren Nudelsuppe auf dem Dach des Hostels. Um möglichst schnell in die neue Zeitzone zu kommen, wird der Tag aktiv. Also klappern wir einige Punkte in Ho Chi Minh ab.

Wir schauen uns den Wiedervereinigungspalast an, mit Bunkeranlage, hier wurde Geschichte geschrieben. Der über Jahre andauernde Vietnamkrieg wurde hier 1975 beigelegt. Der Bau sieht einfach sozialistisch aus und könnte auch woanders stehen, ist gar nicht so typisch asiatisch. Die Geschichte zum Palast ist interessant, der Bau an sich weniger. Danach kommen wir an einer Kirche vorbei, und denken noch "hach, merkwürdig, hier in Ho Chi MInh, sieht so europäisch aus", als wir am Schild sehen "Notre Dame". Diese ist wirklich der Notre Dame nachempfunden, aber viel kleiner.

Unser persönliches Highlight des Tages war heute jedoch der Regen. Klingt komisch, ist aber so. Es hat abends angefangen zu schütten, aus Kübeln, und hörte nicht wieder auf. Was dazu führte, dass die Straße relativ fix überschwemmte und sich in einen Fluss verwandelte. Die Kinder fanden das super. Im Restaurant wurde uns erzählt, dass die Kinder während der Regenzeit gerne im Regenwasser baden. 

Die Scooter (Roller), fahren bei jedem Wetter: Und davon gibt es hier in der Stadt allein über 7 Millionen! Die Straße zu überqueren ist ein Abenteuer. Es gibt zwar Fußgängerüberwege oder Ampeln, aber das bedeutet gar nichts. Ampelsignale werden mehr oder weniger ignoriert – kann man sich dran halten, muss man aber nicht. An Kreuzungen fährt jeder wie er will. Von wegen der, der von rechts kommt, hat Vorfahrt. Wo eine Lücke ist, wird gefahren. Genauso muss man es auch als Fußgänger halten – einfach drauf loslaufen. Die Motorroller fahren dann schon um einen drumherum. Es wird gehupt um zu signalisieren, dass man kommt. Nun, eignetlich wird immer und andauernd gehupt. So richtig erschließt sich uns das nicht - auch nach Tagen haben wir uns noch gewundert. Wir glauben fest an einen "Geheimcode". Es hat sich tatsächlich als gängige Lösung herausgestellt, dass man als Fußgänger einfach die Straße überquert, indem man losläuft, langsam, aber stetig, und ganz gleichmäßig über die Straße geht – die Motorradfahrer antizipieren dann den Weg und fahren herum. Am ersten Tag sind wir noch nervös, machen uns aber immer besser und schlagen uns super mit dem Straßen überqueren.

Am zweiten Tag laufen wir zum 1000 Buddha Tempel – den hätten wir niemals auf gut Glück gefunden. Er ist in seiner Seitengasse gelegen und wirkt äußerlich sehr unscheinbar. Zugebaut mit Häusern. Der Zauber erschließt sich erst, wenn man 3 Stockwerke nach oben geht. Im Erdgeschoss gibt es einen kleinen Schrein, nett anzusehen, aber nicht atemberaubend. Im zweiten Stock gibt es einige Andenken an Verstorbene, hier sind viele Teelichter aufgestellt. Schön. Und gleichzeitig fragten wir uns, klar, in einer Millionenstadt wie Ho Chi Minh, wohin mit den Verstorbenen? Weiter nach oben, ab jetzt heißt es „Schuhe aus“. Und oben angekommen werden wir ganz leise: 1000 Buddha Statuen, vielleicht mehr. Aufgestellt in Reih und Glied, bis unter die Decke. Alle ähnlich, aber nicht gleich. Manche gucken anders, das Gesicht wirkt schmaler oder runder, es ist schwer zu erklären. Ich wollte zählen, überschlage aber die ersten 10 x 10 Statuen, und denke, ja, das sind ganz gewiss mehr als 1000 Figuren. Beeindruckend und es gibt einen riesengroßen Buddha in der Mitte des Raumes.

Als wir den Tempel verlassen, fängt es wieder an zu regnen, diesmal aber zum Glück nicht lange. Auf der Einkaufsliste stehen ganz günstige FlipFlops, für den Notfall, und ein Regencape. Da die Regenzeit hier losgeht, gibt’s die an jeder Ecke. Wir pausieren in einem Cafe, von dem aus wir vom Balkon einen guten Blick auf die Kreuzung haben. Dem Verkehr zuzuschauen, hat fast etwas meditatives. Ein Durcheinander, aber es passiert nichts. Alles findet sich.

Am späten Nachmittag fahren wir aufs Skydeck hoch. Es kommen Wolken auf und droht zu regnen, wir riskieren es trotzdem, denn ich möchte zur späten Nachmittagsstunde hoch – zu dieser Zeit ist das Licht schöner als zur mittags, wenn die Sonne hoch am Himmel steht. Und wir sollten belohnt werden, ein spannender Himmel erwartet uns mit tollen Lichtstrahlen, die durch die Wolken brechen. Wir gehen mehrmals im Turm herum um nach allen Richtungen nach draußen zu sehen und bleiben bis zum Sonnenuntergang und finsterer Nacht. Die Stadt hat kein Ende.

Am nächsten Tag geht es ins Mekong Delta. Wir haben eine Tour gebucht, weil es am einfachsten ist, darüber ins Delta zu kommen, und günstig war. Natürlich – eigentlich fast logisch – stellt sich das schon eher als Kaffeefahrt heraus, eine Verkaufsveranstaltung. Erst Bambusfabrik, in der verschiedene Produkte vorgestellt werden und man dann durch eine Verkaufshalle geführt wird, danach Honigherstellung mit Verkostung – natürlich soll man dann die Produkte kaufen, weiter geht’s zur Kokoskeksherstellung und Keksverkauf. Ich kaufe aus Prinzip nichts (obwohl die Kokoskekse lecker waren ;) ). Das Highlight der Tour, die Bootsfahrt im kleinen Kahn, dauert etwa 10 Minuten, auch danach wird man nach „Trinkgeld“ (money money) gefragt und immer wieder angetippt. Ergo: Definitiv keine Empfehlung von mir. Wir pausieren auf einer kleinen Insel, auf der es eine Krokodilfarm gibt und ein kleines Cafe. Und, wie überraschend, einen Laden mit Produkten aus Krokodilleder. Ich setze mich ans Wasser und genieße die Sonne, fertig.
Das schönste ist jedoch der große Buddha am Tempel, bei dem wir auf der Rückfahrt nach Ho Chi Minh noch anhalten. Der liegende Buddha ist eine weitere typische Darstellung des Buddha. Ganz hübsch. Der Tempel ist wirklich schön, alt, aus Holz, hier sind wenige Touristen, und es bleibt genug Zeit, sich alles anzuschauen.

Es soll nach Da Lat weitergehen, aber wir haben bis zum Flug am späten Nachmittag noch Zeit: Also besuchen wir in Saigon noch das War Museum – Kriegsreste Museum. Das ist sehr bildlich dargestellt, auf 3 verschiedenen Etagen gibt es Eindrücke vom Krieg, aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und mit unterschiedlichem Fokus. Im Erdgeschoss sind Fotografien über die Anteilnahme der Welt, hier finden wir auch Relikte aus der DDR. Im Obergeschoss gibt es Beschreibungen und viele viele Bilder zu Agent Orange. Die Missbildungen gehen so schnell nicht mehr aus dem Kopf. Ich fand es unglaublich krass, was da passiert ist, und denke, man darf gar nicht versuchen zu verstehen, was da in den Köpfen der Menschen vorgehen muss, andere Menschen so abzuschlachten. Und das muss man leider wirklich so sagen. Furchtbar. Danach brauchen wir etwas anderes und entscheiden uns, noch etwas in der Stadt umherzulaufen, am Hard Rock Cafe vorbei, wo ich einen Pin erstehe. Die Sammlung wächst. Und die Gedanken können wir wieder etwas ablenken.

 Endlich geht es raus aus Ho Chi Minh - die Stadt ist unglaublich anstrengend, laut, stickig, es wird Zeit für etwas mehr Ruhe. So spannend wie die Stadt ist, hier leben wollen wir nicht, und 3 Tage reichen mehr als aus.

Unsere Reiseroute führt uns nach Da Lat, eine Stadt in den Bergen. Das erste, was uns auffällt, ist die kühle Luft. Zarte 22 Grad sind es, als wir ankommen, ich finde es recht frisch, bin ich solche Temperaturen ja seit Ewigkeiten nicht mehr gewohnt. Den ersten vollen Tag in Da Lat schauen wir uns etwas die Stadt an, lassen es aber ganz ruhig angehen. Wir überlegen, was wir unbedingt sehen wollen und wo wir essen gehen abends. Der nächste Tag führt uns zum Datanla Wasserfall, der einer von vielen Fällen in Da Lat ist. Hier lockt auch eine Sommerrodelbahn die Touristen, mit der wir natürlich auch mal fahren. Daneben gab es einen Hochseilgarten und ein schönes Restaurant, in dem wir einen Kaffee getrunken und die Aussicht in den Wald genossen haben.

Anschließend folgte noch ein kurzer Abstecher in einen buddhistischen Tempel im Zentrum von Da Lat. Hungrig vom Laufen entschlossen wir uns einen kleinen Happen in einem Restaurant zu essen. Bei dieser Gelegenheit konnten wir noch ein Häkchen hinter unsere persönliche Reise To-Do Liste setzten: einen Salat in Da Lat :)

Per Zufall erfahren wir, dass an diesem Tag, bzw. vielmehr Nacht das Vollmondfest stattfindet. Ursprünglich kommt es aus China, wird aber auch in Vietnam zelebriert. Bei diesem Fest, welches einmal im Jahr im September stattfindet, kauft man kleine Küchlein (entweder herzhaft oder süß) und verschenkt diese an andere.

An einem Stand in der Stadt kaufen wir zwei fertig verpackte Mondküchlein mit einem Hauch einer Ahnung was drin sein könnte. Immerhin ist die Farbe unterschiedlich: weiß und braun. Abends wird zunächst der Weiße probiert. Die Hülle bildet eine feste, zuckersüße Masse – wir vermuten gekochten und anschließend pürierten Reis als Ausgangsbasis. Die Füllung bildet eine noch süßere an Marzipan erinnernde Masse mit Nussstücken. Seeeeeehr süß in Gänze also.

Dazu kommt noch ein penetranter Beigeschmack von der Plastikverpackung.

Uns beiden schmeckt es nicht so wirklich, aber man muss den Spaß mal mitgemacht haben und das ist es uns allemal wert! P.S.: an den braunen Mondkuchen haben wir uns noch nicht dran getraut, aber wir halten euch auf dem Laufenden.

Am 3. Tag geht es auf EasyRider Tour rund um Da Lat. Diese wird direkt vom Hostelpapa angeboten, der dies mit seinem Kumpel anbietet. Wir bekommen dadurch allerlei gezeigt und viel erklärt, wir erfahren bspw. einiges über die Geschichte und das Besondere über die Stadt. Als erstes halten wir an Gewächshäusern an. Hier gibt es etwas außerhalb der Stadt wirklich ganz viele, in denen zahlreiche Blumen, aber auch Erdbeeren, angebaut werden. Da Lat ist wohl bekannt als die Stadt der Blumen. Die Höhenlage Da Lats hat Vorteile, im Sommer wird es nicht wärmer als 25 Grad (meistens), im Winter nicht kälter als 10 Grad.

Weiter geht es in ein Dorf eines Ureinwohner Stamms. Die Menschen leben hier ziemlich autark, sind Selbstversorger, haben in der Regel keine Schulbildung und leben in ganz einfachen Häusern, ohne Elektrizität. Jeder Stamm hat noch seine eigene Sprache, eine reine Lautsprache, wird nicht geschrieben. Bevor die Franzosen nach Da Lat kamen, lebten diese Menschen hier. Nach 1893, als ein Franzose Da Lat entdeckte und es als französische Siedlung erklärte (als Erholungsort), haben sich die Stämme etwas zurückgezogen, leben aber weiterhin hier. Die Regierung bietet diesen Stämmen kostenlose Schulbildung und kostenlose medizinische Versorgung an. Während man sonst für Schule oder Studium relativ hohe Gebühren bezahlt, bekommen Kinder der Stämme einen Zuschuss, um zur Zukunft des Landes beizutragen. Wir schwingen uns wieder auf die Zweiräder und schauen uns die Reiswein Herstellung an. Das Besondere ist hier, dass die Vietnamesen allerlei Getier in Reiswein einlegen und dies dann als absolutes Gesundmittel gilt. Gegen müde Muskeln, nach einem anstrengenden Tag, oder potenzsteigernde Wirkung. Darum heißt es auch „Happy Water“. Wir sehen Bottiche mit Schlangen, einer großen Kobra, Geckos oder auch Heuschrecken. Yammi! 

Wir kosten den Reiswein, aber in pur. Die Sache mit der Kobra lassen wir aus. A propos Heuschrecken – direkt gegenüber ist eine Heuschreckenfarm. Tausende!!! Mir krabbelts gleich überall. Wer braucht schon eine Grillen-Farm? Natürlich die Vietnamesen – ich frage mich, wozu? Na zum Essen! Sehr proteinreich. Nachdem wir uns also mit Reiswein Mut angetrunken haben, öffnet unser Guide den zweiten Teller – Grillen mit Dip! It´s Lunchtime? Zweites Frühstück? So etwas in der Art. Augen zu und durch. Wenn man nicht drüber nachdenkt, schmeckt es eigentlich wie Kartoffelchips. Merkwürdig ist es trotzdem. J  Als i-tüpfelchen dürfen wir noch den Reiswein mit eingelegten Grillen probieren, er schmeckt um einiges milder als der pure. Ob wir die gesundheitsfördernde Wirkung merken? Natürlich darf hier das "Rudi-Bild" (meine Plüscheule) nicht fehlen.

Wir düsen weiter zum Tempel mit einer riesengroßen Buddha-Statue, die man schon von weitem sieht. Ganz weiß erhebt sie sich zum Himmel, die "Lady Buddha". Diese Tempelanlage ist echt schön und gut gepflegt. Wir erfahren, dass etwa 20% der Vietnamesen heute noch buddhistisch sind, ein großer Teil sind Katholiken. Das war früher einmal anders. Den Katholizismus haben die Franzosen mitgebracht. Zunächst besichtigen wir den daneben liegenden Tempel, sehen auch dort einen großen Buddha und Shiva, mit den zahlreichen Händen. Die vielen Hände sind ein Symbol dafür, dass sich um jeden gekümmert wird. „Caring“, wer immer ein Anliegen hat, wird gehört und umsorgt. Wir sehen auch an vielen Stellen wieder das aus der NS-Zeit bekannte „Hakenkreuz“, was aber ursprünglich ein religiöses Glückssymbol ist (im Hinduismus und im Buddhismus). Das ist dennoch merkwürdig zu sehen, für uns als Deutsche, hat man doch zum Swastika (wie das Symbol eigentlich heißt) eine andere Assoziation. Wir erzählen das unserem Guide, der dadurch noch etwas von uns lernt. Ich frage weiter, warum man den Buddha manchmal mit einem dicken Bauch sieht, manchmal ist er ganz schlank. Mal ernst, mal meditierend, mal lachend. Der Buddha mit dem dicken Bauch hat nicht etwa zu viel gegessen, sondern der Bauch ist voller Glück. Der "Happy Buddha" oder auch "Laughing Buddha" ist damit ein Symbol für pure Lebensfreude, denn Freude und Gelassenheit sind die Würze des Lebens. Den großen Happy Buddha sehen wir uns dann noch genauer an.

 

 

Quasi daneben befindet sich ein riesiger Wasserfall – die Elephant Waterfalls. Das Rauschen ist beeindruckend, wie die Wassermassen da hinunterstürzen. Wir gehen seitlich daneben hinab, um die Fälle auch einmal von weiter unten zu sehen, und klettern in eine Art Höhle, in der wir quasi hinter dem Wasserfall sind. Wir werden pitschnass, aber es ist ein Erlebnis pur! Die Sachen trocknen ja irgendwann wieder. Als wir hinauskommen, regnet es auch draußen, nun ja, egal, wir sind halt einmal nass.

Bei einem kleinen Mittagessen wärmen wir uns ein wenig auf, trocken werden wir aber nicht, die Nässe liegt in der Luft. Zum Glück ist die Seidenweberei nicht weit entfernt. Hier erfahren wir mehr über die Herstellung von Seide, sehen die Larven, die Würmer, die Motten, die Kokons, aus denen dann der Faden gewonnen wird. Aus einem Kokon gewinnt man einen 7 bis 11 Meter langen seidenen Faden. Das finde ich schon beeindruckend – genau so wie die alte hölzerne Seidenweber-Maschine, die tatsächlich webt. Lochplatten geben das Muster vor. Der Guide fragt mich, was ich glaube, was mit den Maden geschieht, nachdem man ja den Kokon für die Seidenherstellung benutzt. „Na, die isst man, oder? Proteine und so?“, er lacht – tatsächlich habe ich Recht und er bietet mir einen Snack an. Diesen lehne ich jedoch diesmal dankend ab. Genug Proteine für heute, aber die Aussicht auf Kaffee finde ich dann doch gut. Auf dem Rückweg halten wir an der Kaffeeplantage an. Vietnam ist das zweitgrößte Exportland für Kaffee. Ähnlich wie auf Bali gibt es hier den „Wiesel“-Kaffee, Luwak Kaffee kennen wir ja schon. Auch hier ist das eine absolute Spezialität und darf natürlich gekostet werden, während man die Aussicht auf die Kaffeeplantage genießt. Im Regen ging es wieder heimwärts. Eine heiße Dusche ist was tolles.

Bevor wir am nächsten Tag nach Nha Trang aufbrechen, laufe ich eine Runde um den See herum. Da Lat liegt auf 1500m Höhe über dem Meeresspiegel, diese Höhe merkt man direkt, und die 7 km sind dann doch schon irgendwie anstrengend. 

Teil II folgt in Bälde. :)

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Kommentare: 2
  • #1

    rose (Sonntag, 03 November 2019 16:35)

    ganz toller bericht ...vielen dank...bald mehr?

  • #2

    Jo (Sonntag, 03 November 2019 16:51)

    ...und direkt wieder Fernweh!