Zwischenbericht - Deutschlandbesuch

Nach knapp 1 Jahr wieder nach Hause zu kommen, ist merkwürdig. Klar, die Vorfreude auf Freunde und Familie ist groß, die frische, ja, kalte Winterluft, die alten Laufstrecken wieder zu sehen, das ist wirklich schön. Die eigene Wohnung fühlt sich nicht mehr wie eigene Wohnung an – ein Sprung in die Vergangenheit, zum vergangenen Ich. Der Kalender steht noch auf Januar 2019, hier hat mal jemand gewohnt, aber bin ich das? Gehören die Dinge noch zu mir? Sind mir die Stücke noch wichtig? Hier hat mal jemand gewohnt, aber das bin nicht mehr ich. Vieles gehört nicht mehr zu mir. Altes darf gehen. Ich habe gelernt, dass ich überall "ankommen" kann. Ich kann mich überall zu Hause fühlen. Die erste Woche daheim fällt mir tatsächlich eher schwer. Sie ist gespickt mit zu vielen Terminen, Dingen , die noch dringend zu erledigen sind, die innere Uhr ist noch nicht auf Deutschland eingestellt, und ich fühle mich eher rastlos. Man möchte so vieles nachholen – und hat doch so wenig Zeit. Brunei scheint eine Parallelwelt zu sein. So weit weg. Ich komme nur langsam an, nach Zuhause fühlt es sich noch nicht wirklich an. Der Jahresausklang wird ganz ruhig. Ein paar ruhige Tage ohne Termine, dafür mit Spazierengehen, gutem Essen und gutem Wein :-) . Das Wetter ist typischer Kölner Winter, aber zum Glück um den Jahreswechsel mal wirklich kalt, um die 3 Grad, zumindest etwas Winter, wenn auch ohne Schnee.

Schon am 6. Januar geht es zurück (oder hin?) nach Brunei. Der Zeitsprung ist wieder anstrengend und bringt mich aus dem Rhythmus. In Istanbul startet der Flieger mit über 1 Stunde Verspätung, ich kann nicht schlafen, es ist kalt und aufgrund des schlechten Wetters sehr ruckelig. Nach dem Frühstück landen wir und in Singapur ist es 18 Uhr – verrückte Welt. Aber trotzdem bin ich gleich wieder da, gefühlt ist jetzt Deutschland schon wieder weeeeeit weg, und ich bin „angekommen“. Überhaupt nicht fremd, alles bekannt. Wie schnell das geht, und klar, ich denke, das letzte Mal hier war ich ja auch erst vor 3 Wochen. Noch eine kleine Etappe bis Brunei, nochmal 1 Stunde Zeitverschiebung, dann ists geschafft und ich kann schlafen.

 

 

1 Jahr in Brunei

Ich bin jetzt genau 1 Jahr in Brunei. Aus den geplanten “etwa 6 Monate” sind mittlerweile 12 geworden. Wie schnell die Zeit vergeht. Das Projekt läuft auf Hochtouren, mit dem Unterschied, dass es mehr und mehr zu einer laufenden Firma wird. Ich fühle mich in Brunei wohl und sicher, genieße das Draußen-Sitzen morgens und abends und hab wieder mit dem Lauftraining begonnen. Dieses Mal habe ich meinen Trinkrucksack dabei, und hoffe, damit ein paar längere Läufe absolvieren zu können. Es ist auch schön, alle wieder zu sehen, man wächst ja doch irgendwie zusammen.

 

Weiter geht’s im Blog dann mit Vietnam Teil II und Teil III (Kambodscha), die Fotos zu sortieren dauert doch länger als gedacht. 

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