Vietnam Reise - Teil II

Die Busfahrt zum Küstenort Nha Trang ist beeindruckend, was für eine tolle Landschaft, wir fahren enge Berg Serpentinen. Die etwa vierstündige Reise verläuft problemlos und führt uns, nachdem wir das Hochplateau von Da Lat hinter uns gelassen haben, durch gebirgige Landschaften — vorbei an Kaffeeplantagen, Bananenpflanzen, Wasserfällen und wolkenverhangenen Gipfeln. Nicht schnell, daher dauert die Fahrt ein wenig, aber die Strecke ist spannend, die Natur hier ist rau, wild aber gleichzeitig traumhaft schön. Auf Meeresniveau angekommen, merken wir den Höhenunterschied direkt. Die Temperaturen sind deutlich wärmer und die Luftfeuchtigkeit ist wesentlich höher.

Nha Trang gilt als Touristenhochburg. Insbesondere Chinesen und Russen tummeln sich in der Stadt. Das merken wir erst so richtig, als wir uns am zweiten Tag Po Nagar anschauen. 

Po Nagar

 

Po Nagar ist ein kleiner 1200 Jahre alter hinduistischer Tempel, erbaut aus gebrannten Ziegelsteinen. Viele Reisebusse stehen bei unserer Ankunft bereits vor dem kleinen Hügel, auf dem der Tempelkomplex steht. Viele, vornehmlich chinesische, Touristen erkunden ebenfalls das Heiligtum. Alles wuselt durch die historischen Stätten, redet, lacht, ruft, fotografiert. Wir erhaschen dennoch einen Moment, in welchem wir im Haupttempel ganz alleine sind. Der eigentliche Bau, errichtet von den Cham, ist mit schon sehr beeindruckend und architektonisch mit Angkor Wat verbunden. Die Vorfreude auf Kambodscha steigt!

Genauer gesagt handelt es sich bei Po Nagar nicht um ein Gebäude, sondern um vier unterschiedlich große Tempel. Der kleinste schätzungsweise 6 Meter hoch, der Haupttempel 35 Meter hoch. Wirklich toll! Hier finden heute noch religiöse Rituale statt, das wäre sicher auch spannend, das mal mitzuerleben. 

Anschließend schlendern wir zum nächsten Punkt, den wir uns ausgeguckt haben: Hòn Chồng. Dabei handelt es sich um mehrere unterschiedlich große Felsen, die direkt am Strand liegen. Der Legende nach soll hier ein Riese einen Handabdruck hinterlassen zu haben. Ich rätsele trotzdem und suche nach Möglichkeiten, wie dies im Fels entstanden ist. Die Felsen laden zum Verweilen ein. Doch leider sind hier zu viele Menschen. Diese Touristen ;-) Wir stellen wieder einmal fest, dass chinesische Touristen nicht nur quirlig sind, sondern auch ziemlich distanzlos (Körperkontakt, kein Warten, wenig Rücksicht) und laut. Darum suchen wir uns für den nächsten Tag einen ganz abgelegenen Tempelkomplex heraus. Ein paar schöne Bilder entstehen an der Felsformation dennoch. Nicht weit davon entfernt meditiert am Strand eine Gruppe Vietnamesen. Der Straßenverkehr ist laut, das Hupen kennen wir ja schon, dazu die wuselnden Touristen - wer da die Stille und Ruhe in Meditation findet - Hut ab! 

Tag 3 in Nha Trang: Tempel Erkundung

 

Zum abgelegenen Tempel kommen wir wieder mit einem Grab Taxi, das funktioniert erstaunlich zuversichtlich. Wir navigieren den Fahrer, der den Tempel offenbar auch nicht kennt. Abgelegen – wollten wir ja. Angekommen führen ein paar steile Stufen zum Haupttempel, welcher schreiend bunt ist und der Göttin der Barmherzigkeit gewidmet ist. Es wehen buddhistische Flaggen im Wind, es wird geräuchert und hier beten noch echte Mönche. Besucher sind willkommen, wir sind aber weit und breit die einzigen. An jedem 15. Des Mondkalenders sieht es hier wohl anders aus, es kommen viele Besucher zum Beten und erhalten ein kostenloses vegetarisches Mahl.

 

Circa 200 Stufen führen hinauf, wir gehen jedoch noch etwas weiter den Berg hinauf, wo wir auf weitere kleinere Tempel treffen. Überall ist Buddha. Es ist krachend heiß, die Sonne brennt, die Luft enorm tropisch feucht, zum Schneiden, der Schweiß trieft uns aus allen Poren. Wir gehen bewusst langsam, aber die Mühe lohnt sich. Am Berggipfel ist es wirklich schön, sehr ruhig, friedlich, mit einem tollen Blick ins Tal. Die Mönche pflegen Bonsais mit viel Liebe zum Detail, so sind unter den Bonsais kleine Figürchen zu sehen, kleine Szenarien. Beim Buddha entzünden auch wir ein Räucherstäbchen und verharren noch eine Weile. Stille. Keine Touristen. So schön. Gegenteil-Programm. 
Wir haben über Nha Trang teilweise auch nicht so Gutes gehört (zu viele Russen, Touristen,...) aber dieser abgelegene Tempel und dieser Tag im Allgemeinen in Nha Trang ist rückblickend einer der Highlights unserer Vietnamreise. 

Nach einer Weile steigen wir wieder hinab, und finden für den Rückweg keine Mitfahrgelegenheit. Also laufen wir einfach mal drauf los und staunen über beeindruckende Wolken, die über den Berggipfeln hängen. Es kommt eine dicke schwarze Wand auf uns zu. Das ist atemberaubend schön. Die Reisfelder, die Berge, die Ruhe, dieses Wetter... Etwas später hält neben uns ein Mopedfahrer, und fragt uns, wohin wir laufen und bietet seine Hilfe an – er kann uns ein Stück mitnehmen. Uns beide, das wären dann also wir zu dritt auf dem Roller, richtig? Ja klar, das passt schon, kein Problem. Was er dafür möchte? Nichts, nur helfen. Na gut, lassen wir es auf einen Versuch ankommen. Also springen wir auf, ohne Helm, geht’s los Richtung Nha Trang. Er nimmt uns ein paar Kilometer mit und setzt uns dann an einer großen Hauptstraße wieder ab. Wir bedanken uns überschwänglich, rechnen fest damit, dass er nun doch die Hand aufhält (und ich bin auch bereit ihm etwas zu geben als Dankeschön), doch schwupp, schon ist er weg und hat noch schnell einen ganz schönen Tag gewünscht. Danke!! Das lieben wir jetzt schon an Vietnam, diese Leichtigkeit, irgendwie sorglos. Kein Helm? Egal. 3 Leute auf dem Roller? Egal. Geht alles. Verkehrsregeln sind im übrigen auch egal. Nun, an der Hauptstraße finden wir dann schnell ein Taxi zurück ins Hotel.

 

Am Abend gehen wir in ein italienisches Restaurant. Wir sind an diesem schon 5x vorbei gelaufen und haben es nicht gesehen, folgen aber einer Empfehlung von TripAdvisor, hiernach soll es ein kleiner Geheimtipp sein. So ist es auch, Stufen führen hinauf in eine 1. Etage, dort befindet sich das kleine Lokal. Wir werden sehr herzlich begrüßt von einer Russin, die etwas deutsch spricht, da sie ein paar Jahre als Kind in der Schweiz gelebt hat. Die Karte ist klein, was ein guter Indikator ist, und die Speisen sind echt hervorragend! Preislich okay, für vietnamesische Verhältnisse teuer, für deutsche Verhältnisse trotzdem noch günstig. Das Essen macht glücklich, und wir bekommen sogar einen Nachtisch aufs Haus.

Zusammenfassend haben wir heute wahrlich viele Glücksmomente gesammelt. Die drei Highlights des Tages: Der Mopedfahrer, der uns einfach so mitgenommen hat, die Ruhe und der Ausblick am Gipfel, das italienische Abendessen. 

Am nächsten Tag geht es nach Da Nang, eine weitere Küstenstadt, wohl aber weniger touristisch. Von dort aus planen wir Tagestouren nach Hoi An und Umgebung. Da Nang ist insgesamt ruhiger, weniger Verkehr, und bietet ein paar tolle Orte zum Besichtigen. Nach dem Check In in unser Hotel/ Apartment (was wirklich ganz toll ist!) laufen wir los, wir wollen am Strand entlang wandern Richtung Marble Mountains. Dort soll es eine tolle Pagode und Höhlen geben. Der Weg bis zum Strand ist nicht so leicht, denn alles ist Privatgelände, Industrie, Hotelanlagen, wir kommen nicht zum Strand. Schon etwas doof, aber wir finden dann doch irgendwo eine Lücke und laufen am Wasser entlang, wunderbarer Sand und tolle Wellen! 

Der Weg weg vom Strand wieder Richtung Stadt ist genauso schwierig, alles gehört zu irgendwelchen Hotels oder Hotelanlagen. Wirklich schade. Noch vor den Marble Mountains sehen wir viele Steinfiguren, riesige Statuen, die man kaufen kann – die ganze Straße ist gesäumt von diesen weißen Figuren und Steinmetzen. Wow! Wir sehen zwei ganz ganz tolle Buddhas, die was für den Garten wären, passen aber leider nicht ins Handgepäck. Den Eingang zum Tempel finden wir dann ohne weiteres, und stiefeln also die Treppenstufen nach oben. Eine schöne Statue, eine schöne Pagode, ein Tempel, wunderbar. Dann sehen wir ein Schild zum Eingang einer Höhle, also schauen wir da mal rein. Auch toll, die Höhle hat ein besonderes Flair, die Fledermäuse knattern, ein paar sehen wir. Hinter einem kleinen Bauwerk in der Höhle vermuten wir nichts weiter, aber wie ich bin, gehe ich natürlich trotzdem in jede Ecke gucken. Und siehe da, da steht er: Ein riesiger aus Stein gehauener Buddha, in der Höhle, mit Abendlicht, und mir stockt der Atem. Wow! 

Das sind die Momente, in denen man sich ganz klein fühlt und ehrfürchtig davor steht. Weiter geht’s zu einer Pagode, danach zu weiteren Höhlen. Die Marble Mountains sind an sich bombastisch, hier kann man Stunden verbringen, sich alles in Ruhe anzuschauen. Eine weitere Höhle hat einen sehr großen sitzenden Buddha, der auch sehr schön und ziemlich beeindruckend ist. Viele Stufen führen hinauf zum Heavens Gate („Himmelstor“), man hat einen traumhaften Aufblick aufs Meer und auf die Stadt auf der anderen Seite. Man kommt aber auch gut ins Schwitzen. Als es abends allmählich dunkler wird, werden die Fledermäuse aktiver. Eine ganz tolle Stimmung breitet sich hier aus.

Wir sind dennoch erschöpft vom Flug und dem heißen tropischen Wetter, so dass wir uns nach einer Dusche sehen und danach ein vegetarisches Restaurant aufsuchen.
Dieses Restaurant war einfach, jedoch mit gutem Essen. In Vietnam ohne Fleisch zu speisen, ist nicht ganz einfach, aber definitiv machbar. Die meisten Gerichte enthalten Fleisch, dennoch scheint die Fleischmenge pro Gericht weniger zu sein. Zum Beispiel sind in einer traditionellen Nudelsuppe Fleischstückchen, man findet aber in Vietnam selbst keine riesigen Schnitzel oder Steaks. 

Am zweiten Tag in Da Nang geht es nicht in den Süden, sondern in den Norden zur Lady Buddha. Dies ist die größte Buddhastatue in Vietnam mit einer Höhe von 67 Metern. Die Statue selbst ist größer als die Freiheitsstatue von New York, die nur 46 Meter misst. Zwar ist sie mit Sockel 93 Meter hoch und gehört damit zu den höchsten Statuen der Welt, aber die eigentliche Statue ist kleiner. Die Lady Buddha jedenfalls steht umgeben von einer Pagode und zahlreichen kleineren Buddha-Statuen, auf einem kleinen Hügel, und blickt aufs Meer hinaus. Die Sonne war so grell, dass das weiß des Marmors ohne Sonnenbrille kaum anzuschauen war. Ich (!) hatte meine Sonnenbrille ja auf, ne? ;) 

Der Blick auf den Hafen war auch atemberaubend, und so ein bisschen Ähnlichkeit hat die Lady Buddha wohl doch mit der Freiheitsstatue, man sieht sie von weitem, wie sie da weiß glänzend steht, und weist den Schiffen den Weg in den Hafen. Weiter vorne sitzt noch ein „Happy Buddha“, (wir nennen den „dicken“ Buddha nun immer so, wegen des Bauches voll Glück), und irgendwie ist hier alles friedlich. Wir laufen noch einmal um die Pagode herum und treffen ein paar Affen. 

Danach geht es zu Fuß auf den Rückweg, unter gleißender Sonne. Wir verbrennen uns beide ein bisschen, aber nicht schlimm. Nach mehr als der Hälfte des Weges ordern wir ein Gefährt für den Rest, es zieht sich, und die Mittagssonne ist nun kaum noch auszuhalten. Geschafft hüpfen wir erst einmal unter eine kalte Dusche, bevor es noch einmal an den Strand geht – ich möchte in die Wellen springen. Das ist heute aufgrund der hohen Wellen verboten, bis auf einen kleinen Abschnitt, wo man ins Wasser darf und der von 2 Rettungsschwimmern bewacht wird. Die Wellen schmeißen mich um. Schwimmen ist definitiv nicht möglich, und den Bikini anzuziehen, war auch nicht die beste Idee. Also genießen wir die Abendsonne einfach so am Strand. Am Hotel winken uns die Bauarbeiter wieder zu und lache über Jos Bart, sie zeigen immer wieder auf das Gesicht. Wir sind uns nicht ganz sicher, was sie meinen – Begeisterung über so viel Bartwuchs oder eher ein „du musst ihn schneiden!“. Danach fällt uns vermehrt auf, dass Vietnamesen wirklich keine Bärte tragen und auch keinen ausgeprägten Bartwuchs haben. Jo fällt mit seinem Bart hier wirklich auf.

HOI AN

Die Altstadt von Hoi An – ist vor allem eins, farbenprächtig!

Historische Altstadt, extrem lebendig, viele verwinkelte Gassen, farbige Häuser. Ein Postkarten-Anblick, und hier entstehen viele Fotos.

Hoi An liegt an der Zentralküste und ist besonders bekannt für die gut erhaltene Altstadt und der zahlreichen Kanäle. Die Stadt hat eine bunte Geschichte - und so ist auch ihre Architektur. Ein bunter Mix aus Stilen und aus den verschiedenen Epochen, Tempel, Holzbauten wechseln sich ab mit farbenfrohen Gebäuden aus der französischen Kolonialzeit, dazwischen typisch vietnamesische schmale Stadthäuser. Mittendrin - eine japanische Brücke mit einer überdachten Pagode, welche heute ein Wahrzeichen der Stadt ist.

Eine wirklich herrliche Altstadt, geschmückt mit farbenprächtigen Seidenlampions, in allen möglichen Farben und Formen. 

Man könnte es richtig genießen und die Seele baumeln lassen, doch dazu kommt man nicht - leider ist die Innenstadt extrem touristisch.

An jeder Ecke Touri-Shops, und überall soll man kaufen und wird die ganze Zeit angesprochen und belagert. Nirgendwo ist es möglich, einfach einmal in Ruhe zu schauen, ohne dass man mindestens 10x „nein“ sagen muss. Das zerrt auf Dauer ganz schön an den Nerven. Vermutlich hatten alle dasselbe Seminar, Verkaufstraining für Touristen. Beziehung aufbauen „Where you from?“, Einladen näher zu kommen „Come in, look!“, dann Preisargumentation „cheap cheap“ oder „good price for you!“ beziehungsweise hervorheben, wie toll doch alles ist „nice colour“ „looks good“ „look, very nice!“ oder „and here, I have …!“ und „here, look, these… nice nice!“. Wenn dann alles nichts hilft, nochmal den Preis ins Spiel bringen „Discount for you!“ (natürlich nur für uns, für niemand anderen). Und obwohl wir beide uns etwas kleines mitnehmen wollten –kaufen wir beide am Ende nichts. Zu viel Belagerung, zu viel Druck. „kaufen, kaufen!“  „Cheap“  „Good Price“,  „nice colour“, „come in, come in“ „look!“, „good price for you“ „Maam, buy!“. Ja, ich kenne das schon aus Bali, aber trotzdem. Ist mir einfach zu viel. 

Bin ich da zu deutsch, dass man einfach mal “bummeln” gehen will? Es hilft ja auch nichts, wenn man sagt „I just want to look“ „I just want to walk around“, keine Chance. Und am Ende gibt es auch in jedem zweiten Geschäft das gleiche. Vermutlich findet man echt schöne Schätze und tolle kleine Lädchen fernab der Tourizone. Dafür haben wir heute aber zu wenig Zeit. Also lassen wir uns auf den Trubel ein und erkunden die Altstadt, mit all ihren Gässchen, Farben, Gerüchen, Menschen, Lärm. Nachts zeigt sich Hoi An noch einmal von einer ganz besonderen, leuchtenden, farblichen Seite: Überall hängen Lampions, die schon tagsüber hübsch anzuschauen sind, aber nachts alle leuchten. Boote fahren mit Lichtern auf dem Fluss, und es fühlt sich fast an wie 1000 Lichter in der Stadt. Super schön. Einen einzelnen Lampion kaufen wir nicht, denn wir beide denken, Lampions sind Rudeltiere, und sehen nur schön aus, wenn man mehrere hat. (Was wir hier noch nicht wissen, ist, dass wir vor Weihnachten Lampions bestellen und damit die Wohnung gemütlicher gestalten :-) )

Die Touristen in Hoi An sind wohl Fluch und Segen zugleich – klar, sie bringen Geld in die Stadt, aber zu welchem Preis? Bin ich besser als andere? Bin ja auch nur Tourist, in dem Falle. Ich finde Hoi An eine super schöne Stadt, aber der Besuch stimmt mich auch etwas nachdenklich. So viele wollen ihr Geld am Tourismus verdienen (Müssen verdienen?), und wie viel geht kaputt durch zu viele Touristen – da kann man noch von Glück sprechen, wenn keine riesigen, anonymen Hotelanlagen gebaut werden. 

My Son Kulturstätte - Unesco Weltkulturerbe

Nach einem wieder einmal ausgezeichneten Frühstück entscheiden wir uns, nach dem turbulenten Hoi An wieder einen ruhigeren Tag einzulegen und „zwischen alten Backsteingemäuern umherzuwandeln”. My Son liegt etwa 30 km westlich von Da Nang. Zunächst dachten wir, dass es zu diesem Weltkulturerbe einige Touristen zieht, doch am Eingang waren wir die einzigen. My Son ist eine alte Tempelstadt der Cham, ca. 10. Jahrhundert. Es gab hier mehr als 70 Tempel, die von kleineren Gebäuden umgeben sind. Leider wurden die meisten davon zerstört, viele davon erst im Vietnamkrieg. Das finde ich echt ziemlich traurig – über Jahrhunderte hinweg waren sie erhalten, und dann fallen da amerikanische Bomben drauf. Ein paar wenige Tempel sind restauriert, doch die Wiederaufbauarbeiten gestalten sich äußerst schwierig. Die Cham nutzten eine fugenlose Bauweise, ohne Mörtel, die bis heute nicht reproduzierbar ist. Versuche mit Mörtel zeigten nicht das gewünschte Ergebnis, da es dadurch zu Moosbewuchs kommt. Ergo sieht man viel Ruinen, bekommt dennoch eine Vorstellung von der Größe und Kraft dieses Ortes. Dies ist ein Vorgeschmack auf Angkor Wat, was wir dann in Woche 3 unserer Reise besichtigen. Die Tempelanlagen sind hier schon bemerkenswert, und wir schießen gefühlt viel zu viele Bilder. Als kleines Highlight wird noch ein typischer Tempeltanz gezeigt, den wir sehr schön finden. Im Nachhinein habe ich noch einmal gegoogelt, um noch mehr über My Son zu erfahren – das Wort bedeutet „Schöner Berg“. 

Den letzten Tag in Vietnam lassen wir langsam angehen und besichtigen noch das Museum der Cham Kultur – welches Skulpturen und die Geschichte der Ausgrabungen zeigt, die letzte erst 2011 und 2012 . Das ist tatsächlich spannend, weil es noch so nah an heute ist. Die Skulpturen sind beeindruckend und auch, wie gut sie noch erhalten sind. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Jo (Samstag, 15 Februar 2020 10:11)

    Die fanden meinen Bart gut! :)

  • #2

    rose (Samstag, 15 Februar 2020 10:40)

    tolle bildr und endlich der zweite teil. ich bin echt hin und weg...mehr......mehr....mehr! <3